







Teil 1: Tirol
Sie unterscheiden sich oft deutlich.
Auf die Frage, wohin man in Österreich am besten zum guten Skifahren fährt, lässt sich außerordentlich schwer antworten. In einem Land, das zu fast zwei Dritteln von den Alpen bedeckt ist, gibt es mehr als 800 Wintersportgebiete, und weil sie über fast ganz Österreich verteilt sind, haben sie oft einen sehr unterschiedlichen Charakter.
Auch deshalb wählen wir zwei weit auseinanderliegende Regionen aus, Tirol und Kärnten. In keines der beiden ausgewählten Gebiete ist es aus Tschechien weit, und mit dem Auto schaffen Sie die Fahrt leicht in 5, höchstens 6 Stunden.
Die Tiroler Zugspitz Arena
Die Tiroler Zugspitz Arena liegt auf der österreichischen Seite des höchsten deutschen Berges Zugspitze, nur ein Stück hinter dem deutschen Garmisch-Partenkirchen. Vielleicht kennen Sie die Gegend, denn genau hier fährt man durch, wenn man in den Westen Österreichs und dann etwa weiter in die Schweiz reist und nicht den Umweg über die Autobahn via Kufstein und Innsbruck nehmen will. Von Prag dauert die Fahrt mit dem Auto nur wenig mehr als 5 Stunden, und es ist nicht einmal eine österreichische Vignette nötig.
Die Tiroler Zugspitz Arena besteht eigentlich aus mehreren kleinen Dörfern im Tal, durch das die Straße auf den Fernpass führt, und vor allem aus Biberwier, Lermoos und Ehrwald – Orten in einem zauberhaften „Kessel“, umgeben von Bergen, die im Osten noch von felsigen Gipfeln mit der dominanten Zugspitze (2.962 Meter) überragt werden.
Berwang, Lähn-Wengle, Bichlbach und weitere Dörfer bieten meist eine sehr ruhige Atmosphäre und außerdem Unterkünfte unterschiedlichen Charakters, auch in der niedrigeren Preiskategorie. Das muss Ihrem Aufenthalt aber keineswegs an Reiz nehmen, im Gegenteil. Wenn Sie mit Kindern abseits des Trubels der großen Skikomplexe fahren wollen und Orte bevorzugen, die sich bis heute eine gewisse Ursprünglichkeit bewahrt haben, dürfte Ihnen die österreichische Seite der Zugspitze gefallen.
Jeden Tag woandershin
Das größte Gebiet der Tiroler Zugspitz Arena ist Berwang/Bichlbach. Zusammen zählt man hier 36 Kilometer Pisten, überwiegend leichte, blau markierte. Nicht alles ist jedoch mit Bahnen verbunden, manchmal ist eine kurze Über- oder Durchquerung nötig. Das beste Skifahren gibt es wohl direkt oberhalb von Berwang an den Hängen des Almkopfs. Dorthin fährt eine 4er-Sesselbahn, und von ihrer Bergstation kann man auch auf die andere Seite oberhalb von Bichlbach abfahren. Zurück bringt Sie eine interessante Bahn, die Kabinen mit Sesseln kombiniert.
Wohl am kompaktesten in der Verbindung ist das Gebiet Grubigstein oberhalb von Lermoos. Insgesamt bietet es knapp 30 km Abfahrten und ist damit sicher mit Berwang vergleichbar. Zum Gipfel des Grubigsteins (2.233 m) fährt eine Kabinenbahn, der in dem modern ausgestatteten Gebiet gleich mehrere Sesselbahnen zur Seite stehen. Die Pisten haben hier überwiegend mittlere Schwierigkeit, und vom höchsten Punkt des Gebiets hat man einen schönen Blick sowohl ins Tal als auch auf das Zugspitzmassiv.
Auf die Zugspitze bringt Sie eine riesige Gondel, und schon die Fahrt hinauf ist ein Erlebnis. Unterhalb des Gipfels lässt sich dann auch Ski fahren, auf dem Hochplateau Zugspitzplatt verkehren zwei Sesselbahnen und mehrere Lifte.
Eindrucksvolle Erinnerungen können Sie aber auch aus dem kleinen Gebiet im Ort Biberwier mitnehmen. Eine moderne Sesselbahn startet beim Designhotel Cube, um das eine breite und sehr sanfte Piste führt, ein idealer Raum für Skianfänger.
Vom 6er-Sessel muss man bald auf einen älteren Doppelsessel umsteigen, und dieser bringt Sie einige Ebenen höher, unter das Marienbergjoch (1.789 m). Es ist ein recht abgelegener Ort, dennoch finden Sie oben ein Restaurant, auf dessen Terrasse Sie sich bei sonnigem Wetter wie im Herzen der Alpen fühlen. Nicht zufällig starten gerade hier Skitourengeher oft ihre Touren in die Umgebung. Die rote Piste zurück zum Hotel Cube ist lang, abwechslungsreich und meist völlig leer.
Reiz statt Rekorde
Die Tiroler Zugspitz Arena kann Sie sowohl mit ihrer ruhigen Atmosphäre als auch mit ihrer Vielfalt für sich einnehmen. Zwar fahren hier durchaus Skibusse, aber zwischen den kleineren Skigebieten bewegen Sie sich wohl besser mit dem eigenen Auto. Überall parkt man gratis, und Sie können frei entscheiden, ob Sie im jeweiligen Gebiet den ganzen Tag bleiben oder nachmittags auf einen anderen Berg wechseln.
Oder Sie gehen einfach spazieren und lernen die Umgebung kennen. Dann stellen Sie wahrscheinlich fest, dass man hier auch hervorragend rodeln, langlaufen und die Winternatur in jeder Hinsicht genießen kann. Abends können Sie wiederum einen Ausflug nach Garmisch machen, etwa zur Kultur.
Autor: Ondřej Katz
Quelle: E15
