
Die Österreicher halten den Advent in Ehren, pflegen alte Bräuche und wollen ihre Traditionen bewahren.
Weil wir mit Österreich lange ein Land waren, haben wir viele ähnliche Weihnachtstraditionen.
Auch kleinen und großen Österreichern bringt das Christkind die Geschenke am Abend des 24. Dezember.
Obwohl sie sich dem amerikanischen Santa Claus widersetzen, haben sie ihr eigenes Gegenstück mit dem Namen Weinachtsmann
(Mann der Weihnacht), er ist etwas zwischen Santa und dem Nikolaus.
Man kann sagen, dass in Österreich oder vielleicht eher in Wien die Weihnachtszeit schon am 18. November beginnt, wenn die Wiener Adventmärkte öffnen. Der bekannteste liegt direkt vor dem Rathaus auf dem Rathausplatz.
Die Österreicher nennen diese Märkte Christkindlmärkte und lassen sich den jährlichen Besuch keinesfalls entgehen, ebenso wenig einen, zwei oder auch drei Becher Punsch, der an jedem zweiten Stand verkauft wird, jedes Jahr in einem anderen originellen Becher.
Auf den Christkindlmärkten umweht Sie der herrliche Duft frisch gerösteter Mandeln, von Linzer Teig, gebratenen Kastanien und weiteren Leckereien, sehr beliebt sind Äpfel in Karamell oder Crêpes. Denen, die Süßes nicht mögen, empfehlen wir eine Wurst, einen Kartoffelpuffer oder eine Brezel.
Kinder haben viel Spaß auf der Eisbahn in Form von Wegen. Im Rathaus, dessen Fenster sich in der Weihnachtszeit in einen Adventskalender verwandeln, finden Weihnachtswerkstätten für Kinder statt, mit dem Basteln traditioneller Dekorationen, dem Backen von Weihnachtsgebäck usw.
Eine weitere Tradition ist der sogenannte Krampuslauf, ein Umzug furchterregender Teufel. Aber ACHTUNG, Sie dürfen sie nicht mit dem rußigen Teufelchen verwechseln, das bei uns den Nikolaus und den Engel begleitet, das hier ist eine ganz andere Liga, diese Teufel tragen riesige zottelige Pelze, Kuhglocken um die Hüfte, Perücken und gruselige geschnitzte Masken.
Sie sind so furchterregend, dass sie sogar Kindergärten nicht betreten dürfen.
Wenn Sie einen solchen Umzug besuchen möchten, müssen Sie keineswegs auf den Nikolausbrauch bei uns in Tschechien verzichten. Krampusumzüge finden während des ganzen Advents statt. Weichen Sie ihren Ruten aus, damit Sie nicht versehentlich eins auf den Hintern bekommen.
Ah, wir sind wieder beim Essen. Die älteste zu Weihnachten gebackene Süßigkeit ist Kletzenbrot, in der Übersetzung Früchtebrot. Zur besseren Vorstellung: Es handelt sich um ein Brot mit Dörrobst. Nicht fehlen dürfen apfelstrudel (Apfelstrudel) und Vánočka. Auf der Weihnachtstafel findet man praktisch alles…vom Karpfen (den die meisten österreichischen Familien haben), über Ente und Schnitzel bis hin zu Hirsch oder anderem Wild.
Und wehe, eine österreichische Hausfrau hat nicht gekocht und gebacken, dann würde sie sehr schnell Perchta finden - eine Hexe, die bereit ist, die unvorbereitete Hausherrin zu packen, aufzuschneiden, mit Erbsenstroh auszustopfen und wieder zuzunähen. Die mährischen Luzien können da nicht mithalten, gegen Perchta sind sie reine Engelchen.
Wie bereits erwähnt - die Österreicher lieben Musik, deshalb gehen sie sehr oft zu Weihnachtskonzerten oder in die Mitternachtsmette. Ihr beliebtestes Weihnachtslied ist „Tichá noc, svatá noc“, im Original „Stille Nacht, Heilige Nacht“. Es erklingt sicher auch beim Verteilen der Geschenke, bei denen vor allem auf Originalität geachtet wird.
Versuchen auch Sie, dieses Jahr die älteste österreichische Weihnachtssüßigkeit zu backen: Kletzenbrot – das Rezept finden Sie hier
